31.01.2012 | 12:30

Sinkende Inflation: Stabile Preise in Deutschland

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Inflation in Deutschland auf 2,0 Prozent gesunken - die Preisentwicklung bleibt relativ stabil.

Deutschland steuert in großen Schritten auf stabile Preise zu: Trotz gestiegener Energiekosten ist die Inflation zu Beginn des Jahres bundesweit gesunken. Während die Preissteigerung im Dezember 2011 noch bei 2,1 Prozent lag, ermittelte das Statistische Bundesamt für Januar dieses Jahres ein Niveau von nur noch 2,0 Prozent – die Jahresinflation lag 2011 bei 2,3 Prozent. Somit nähert sich die Inflation dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp unter zwei Prozent, der für den Euroraum mittelfristige Preisstabilität garantieren soll.

Wie die Inflation beeinflusst wird

Die größten Preistreiber waren auch in diesem Monat Strom, Gas und Heizöl, vor allem die Preise für Kraftstoffe und Haushaltsenergie – besonders Heizöl – ist laut Statistischen Bundesamt überdurchschnittlich angestiegen. Dagegen sind die Verbraucherpreise für Obst und Gemüse im Schnitt gesunken. Dass die Preise zum Ende der Weihnachtsferien traditionell sinken, ist bekannt: vor allem für Reisen müssen Verbraucher durchschnittlich weniger zahlen. Unicredit-Volkswirt Alexander Koch bemerkte, dass die Preissteigerung ohne den jahreszeitlich bedingten Anstieg der Lebensmittelpreise und die Beitragserhöhung der privaten Krankenkassen noch geringer ausgefallen wäre.

Positiver Ausblick für Preisentwicklung

Laut Spiegel Online gehen Ökonomen auch für die kommenden Monate von einer sinkenden Inflation aus. Wichtigster Grund dafür sei das rückläufige Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Ulrike Rondorf, Volkswirtin der Commerzbank, geht gar davon aus, dass die Inflationsrate in diesem Monat wahrscheinlich zum "letzten Mal eine Zwei vor dem Komma" hatte. Für den Rückgang der Teuerungsrate ist auch der historisch niedrige Leitzinssatz von 1,0 Prozent verantwortlich, mit dem die EZB die Märkte mit billigem Geld versorgt.

Aus Sicht einiger Ökonomen scheint beim Leitzins jedoch noch Luft nach unten zu sein - sie fordern von der EZB den das Rekordtief von 1,0 Prozent zu unterbieten, um so die abflauende Konjunktur anzukurbeln. Banken leihen sich bei der Notenbank zum Leitzinsniveau Geld, die geringeren Kosten für die Kapitalbeschaffung werden in Form von billigeren Krediten an Verbraucher und Unternehmen weitergegeben. Daraus erhoffen sich Wirtschaftsexperten eine steigende Konsumfreude der Bürger und mehr Investitionen von Unternehmen. Der Haken: Wenn das Verhältnis zwischen Geldmenge und Gütermenge kippt, wird die Inflation zusätzlich angefacht.

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