03.06.2015 | 16:30

Vertrauen oder Verunsicherung?

Sie ist die wichtigste aller deutschen Auskunfteien; ihr Name ist Verbrauchern wohlbekannt: Die SCHUFA, die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Das Unternehmen selbst wirbt damit, zwischen ihren Vertragspartnern und deren Kunden Vertrauen zu schaffen – bei Verbrauchern aber überwiegt zumeist die Verunsicherung. Zu Recht?

Schriftzug SCHUFA

Verbraucher fürchten den Einfluss der SCHUFA. Doch das muss nicht sein.

Hauptaufgabe der SCHUFA ist es, vor allem kreditrelevante Informationen bereitzustellen, mithilfe derer die Auskunftei Banken und andere Unternehmen bei ihren Vertragsentscheidungen beratend unterstützt, sie auf diese Weise vor Verlusten bewahrt und Privatpersonen vor einer Überschuldung schützt.

Zu diesem Zwecke speichert die SCHUFA neben personenbezogenen Daten wie Name, Geburtsdatum und Anschrift eines Verbrauchers insbesondere Informationen über dessen Zahlungsverhalten in der Vergangenheit.

Diese Daten werden von der SCHUFA allerdings nicht selbst erhoben oder recherchiert. Stattdessen werden sie ihr zum einen von ihren derzeit rund 8.500 Vertragspartnern übermittelt, zu denen sowohl Banken als auch Telekommunikationsanbieter und Händler zählen. Diese erhalten als Gegenleistung zur Datenbereitstellung Informationen über die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden. Zum anderen bedient sich die SCHUFA der Daten, die in öffentlichen Schuldnerverzeichnissen gespeichert oder anderen öffentlichen Bekanntmachungen zu entnehmen sind.

Neben Informationen über Girokonten, Dispokredite und Kreditkarten erhält die Auskunftei auch Daten über laufende oder abgeschlossene Ratenkredite und Versandhandelskonten. Informationen über etwaiges Vermögen oder das Einkommen eines Verbrauchers werden ebenso wenig übermittelt und gespeichert wie Informationen über dessen Kaufverhalten, Religion oder Nationalität. Auch Informationen aus sozialen Netzwerken werden entgegen weitläufiger Meinungen nach Angaben der Auskunftei weder in der Akte eines Verbrauchers gespeichert, noch finden derartige Informationen bei der Bonitätsbewertung Anwendung. Selbiges gilt laut Aussage der SCHUFA auch für das sogenannte Geo-Scoring.

Positive und negative Merkmale

Girokonten, Kreditkarten, Leasingverträge, Konten bei Versandhandelshäusern oder auch Kredite – all diese Informationen lassen zunächst auf ein Vertrauen der Banken und Händler gegenüber einem Verbraucher schließen und werden daher grundsätzlich als „Positivmerkmale“ in dessen SCHUFA-Akte vermerkt.

Anders sieht es hingegen aus, wenn der Verbraucher beispielsweise seinen Ratenzahlungen nicht nachkommt. Auch ein Kredit, der durch die Bank gekündigt wurde, oder gar ein Haftbefehl zur Erzwingung der Abgabe einer eidesstattlichen Erklärung wirken sich negativ auf die Eintragung aus. Derlei sogenannte „Negativmerkmale“ können zur Folge haben, dass die Partnerunternehmen der SCHUFA mit dem jeweiligen Verbraucher keinerlei Verträge abschließen werden. Erst, wenn die Zahlung nachgeholt wurde oder anderweitig eine Einigung zwischen Schuldner und Gläubiger stattfand, werden diese Negativmerkmale nach Ablauf einer bestimmten Frist aus der SCHUFA-Akte gelöscht.

Negative SCHUFA-Einträge sind jedoch eher die Ausnahme als die Regel. Laut Angaben der Auskunftei sind über mehr als 90 Prozent aller Verbraucher ausschließlich positive Informationen gespeichert. Personen, die bei der Bank einen Kredit beantragen oder einen neuen Internetvertrag abschließen wollen, brauchen sich daher in den meisten Fällen keine Sorgen zu machen, dass man sie aufgrund einer schlechten SCHUFA-Auskunft ablehnen könnte.

Der SCHUFA-Score

Anhand all dieser Daten errechnet die Schufa ihren sogenannten Schufa-Score – eine Kennziffer, die die statistische Wahrscheinlichkeit ausdrückt, mit der ein Verbraucher seinen Zahlungsverpflichtungen vereinbarungsgemäß nachkommen wird. Dieser Score kann einen Wert von 0 bis 1.000 erreichen. Hierbei gilt: Je höher der Score, desto geringer ist das Ausfallrisiko für die Bank, das Telekommunikationsunternehmen oder den Händler. Neben diesem allgemeinen Scorewert werden zudem branchenspezifische Werte bestimmt und darüber hinaus übergreifende Schufa-Klassen vergeben. Diese Kennziffern, deren genaue Berechnung die SCHUFA bis heute streng als Geschäftsgeheimnis hütet, werden – etwa bei Eröffnung eines Girokontos, bei Beantragung eines Kredites oder bei Abschluss eines neuen Internetvertrages – an die Bank oder den jeweiligen Anbieter übermittelt und dienen den jeweiligen Unternehmen als Entscheidungshilfe. Ziel ist es, mit der Weitergabe der Informationen das Verlustrisiko der Partnerunternehmen zu minimieren.

Die Entscheidung, ob eine Anfrage bewilligt oder abgelehnt wird, trifft am Ende jedoch stets die Bank oder das Unternehmen selbst. Die Schufa gibt lediglich eine Einschätzung zum möglichen Vertragsverlauf.

Die SCHUFA-Auskunft dient allerdings keineswegs allein dem Schutz der zahlreichen Vertragspartner der Auskunftei: Gleichwohl werden Verbraucher durch die SCHUFA vor einer Überschuldung bewahrt. Mit anderen Worten: Wird etwa die Kreditanfrage eines Kunden aufgrund dessen schlechten SCHUFA-Scores abgelehnt, so hat dies in der Regel berechtigte Gründe.

Darüber hinaus ermöglicht die Auskunftei eine zügige Bonitätsprüfung und damit eine umso schnellere Geschäftsabwicklung, was selbstverständlich auch dem Verbraucher zugutekommt.

Eine regelmäßige Eigenanfrage bei der SCHUFA ist kostenlos – und wichtig

Einmal im Jahr haben Verbraucher per Gesetz (vgl. § 34 BDSG) das Recht, eine kostenlose Selbstauskunft bei der SCHUFA zu beantragen. Von diesem Recht sollten sie auf jeden Fall Gebrauch machen, um sich einen Überblick über die gespeicherten Daten zu verschaffen und bei unvollständigen oder fehlerhaften Informationen reagieren zu können, denn: Trotz gewissenhafter Prüfung, die die Auskunftei nach eigenen Angaben vor dem Eintrag neuer Informationen stets vornimmt, unterlaufen dem Unternehmen bei einem Bestand von ungefähr 728 Millionen Datensätzen (Stand 2014) gelegentlich Fehler.

Sollte ein Verbraucher tatsächlich eine solche Ungereimtheit in seiner SCHUFA-Auskunft entdecken, so kann und sollte diese korrigiert werden. Um eine Prüfung und gegebenenfalls eine Abänderung der gespeicherten Informationen zu erwirken, muss der Verbraucher eine schriftliche Anfrage an die SCHUFA stellen. Auch, wenn dieser Prozess mitunter einige Zeit in Anspruch nehmen kann, sollte stets auf die Korrektur fehlerhafter oder unvollständiger Daten bestanden und zur Not direkt an die Firma oder an die Bank herangetreten werden, welche die Falschinformationen übermittelt hat. Auf diese Weise können Verbraucher sicherstellen, dass bei einer erneuten Abfrage der SCHUFA-Auskunft – etwa bei einer Kreditanfrage oder bei Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrages – keine falschen Werte übermittelt werden, die zu schlechteren Konditionen oder gar einer Ablehnung des Kunden führen könnten.

Vertrauen statt Verunsicherung

Die Erfahrung zeigt, dass Verbraucher oft zu Unrecht die SCHUFA und ihren Einfluss auf Banken und andere Partnerunternehmen fürchten. Wer seinen Zahlungen stets vereinbarungsgemäß nachkommt und zudem seine SCHUFA-Auskunft regelmäßig selbst überprüft, der braucht sich von der SCHUFA nicht verunsichern lassen, sondern kann ruhigen Gewissens darauf vertrauen, dass sie zu jeder Zeit auch in seinem Interesse handelt.

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